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  • Miss Hughes 05:29 am 20. July 2009 Permalink | Antworten
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    Präpositionen 

    „pvp sind survivor hunter edel“

    Das mußte ich heute im Chat eines bekannten Online-Rollenspiels lesen. Gut, überflüssige Anglizismen sind im Computerspielalltag nun mal an der Tagesordnung, und auch die Kleinschreibung sämtlicher Worte geschieht beim Chatten eher aus Gründen der Faulheit und Zeitersparnis. Interpunktion ist selbstverständlich ebenfalls ein Fremdwort. (Haha, ist es ja wirklich …)
    Aber irgendwie fehlt diesem Satz doch trotzdem noch etwas? Ein klitzekleines Wörtchen – genau: „im“!

    Artikel und Präpositionen werden ja total überbewertet. Das wurde mir schon vor etlichen Jahren klar, als ich im Bus das Gespräch zweier junger Männer belauschte. Das Kuriose an der Sache ist, daß es gar nicht wir Einheimischen sind, die die Entwicklung der deutschen Sprache in geradezu rasantem Tempo vorantreiben, sondern ausgerechnet die den größten Ausländeranteil Deutschlands stellende Gruppe, die Türken.
    Jedenfalls führten jene beiden Muselmanen damals ein Gespräch, das sich – extrem komprimiert – etwa in folgenden zwei Sätzen zusammenfassen läßt:

    „Ey, warssu Dienstag Training?“
    „Ne. Ey, kommssu Samstag Disco?“

    Wie man sieht wurden hier jeweils eine Präposition und ein flektierter Artikel (bzw. deren Kontraktion) schlicht und einfach weggelassen. Und wieso auch nicht? – Schließlich funktionierte die Kommunikation zwischen den beiden Herren auch so noch einwandfrei, und selbst als Außenstehender versteht man ohne Probleme, was gemeint ist. „Solang‘ die Message rüberkommt …“ lautet das gleichgültige Argument, mit dem jegliche Belehrungsversuche achselzuckend abgeschmettert werden. Bitte schön, Ihr Ahnungslosen! Dann laßt die kleinen, unscheinbaren Wörtchen eben weg! Aber sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt …

    Leider steht nämlich zu befürchten, daß es auch Zukunft noch Sätze geben wird, deren Sinn sich ohne die korrekten Artikel und Präpositionen entweder verschieben oder auch ganz unserem Verständnis entziehen kann. Irgendwann wird uns auffallen, daß wir nicht mehr in der Lage sind, die Bedeutungen gleichartig gebauter Sätze, die sich nur in einer einzigen Präposition unterscheiden, zu entschlüsseln:

    „Ich setze mich Tisch, der Stuhl steht Tisch, der Teller steht Tisch, der Hund hockt Tisch.“

    Na? Steht der Stuhl nun am Tisch, neben dem Tisch, auf dem Tisch oder unter dem Tisch? Auch wird man beispielsweise den ganzen Osten an sich abschaffen müssen, damit die Himmelsrichtungen wieder mit dem neuen Merksatz „Nie Seife waschen“ übereinstimmen.

    Irgendwann wird man schließlich die Notwendigkeit verspüren, zusätzliche Kasus einzuführen, um die verlorengegangenen Möglichkeiten eines differenzierten Sich-Ausdrückens wiederherzustellen. Um wieder auf das Beispiel unserer Osmanen zurückzukommen: Hier böten sich z. B. Lokativ oder sogar Allativ als Ersatz für die fehlenden Präpositionen an. (Zu ihrer beider Verteidigung sei aber noch gesagt, daß es im Türkischen tatsächlich einen Lokativ gibt, was vermutlich der Grund dafür ist, daß die Verwendung von Präpositionen für viele ihrer Landsmänner so unendlich schwer zu erlernen ist.)

    Jedenfalls werden wir uns eines Tages in einer Sprache unterhalten müssen, die mit Ablativ, Lokativ, Instrumentalis und den verschiedensten Dativtypen aufwarten kann. Das hätte auch einen positiven Nebeneffekt: Das Lateinlernen würde uns deutlich leichter fallen!

    Oder … Naja, oder wir bleiben einfach bei unseren süßen kleinen Präpositiönchen.

    ab, aus, von, an, auf, außer, bei, gegenüber, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen, außerhalb, diesseits, entlang, inmitten, innerhalb, jenseits, längs, oberhalb, unterhalb, unweit, um, bis, durch, gegen, hinter, nach, zu, angesichts, anlässlich, auf, aufgrund, betreffs, bezüglich, dank, durch, für, gemäß, halber, infolge, kraft, laut, mangels, mit, mittels, nach, ob, seitens, trotz, über, um, unbeschadet, ungeachtet, unter, vermittels, vermöge, vor, wegen, zufolge, zwecks …

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  • sprachmissbrauch 17:39 am 2. July 2009 Permalink | Antworten
    Tags: Plenken   

    Verschwenderischer Umgang ! 

    Ein Phänomen , welches wohl auch bei Handgeschriebenem oft zu beobachten wäre , wenn man es denn so könnte wie bei Schreibmaschinen , PCs , Handys usw . usf . !

    Die Frage , die wir uns in diesen schweren Zeiten alle stellen sollten , ist : „Können wir uns das überhaupt erlauben ?“ Platzprobleme zu lösen ist oftmals teuer und mit Schwierigkeiten verbunden . ( Man nehme die mittlerweile gestoppte Landgewinnung in Monaco für den geplanten Stadtteil Le Portier als Beispiel .)

    Dennoch gehen Millionen und Abermillionen Menschen damit verschwenderisch um und lassen sich teilweise nicht einmal durch fast schon penetrantes Aufmerksammachen zu einer Korrektur , geschweige denn zum Unterlassen in der Zukunft , überreden . Wenn man betrachtet , von wie vielen Individuen es praktiziert wird , könnte man fast meinen , es sei eine Art Amateursport . Dem widerspricht jedoch die zum Teil fast professionelle Ausübung , weshalb man befürchten muss , dass es sich schon um einen Profisport handelt . Vielleicht werden demnächst Größen wie Lim-Yo-Hwan , ein Starcraft-Spieler , dessen Fanclub über 600.000 Mitglieder haben soll , hervorgebracht . Oder es wird gar Olympische Disziplin .

    Das Einzige, was dagegen helfen kann, ist Aufklärung. Und hier sollte sich jeder angesprochen fühlen, der die Regeln der Interpunktion der deutschen Sprache beherrscht – nicht nur Leute mit Platzangst!

    P. S.: Die meisten dürften es wohl gemerkt haben, es geht ums Plenken.

     
  • Miss Hughes 17:47 am 1. July 2009 Permalink | Antworten
    Tags:   

    Werkstadt 

    Wo liegt eigentlich Werkstadt?

     
  • sprachmissbrauch 21:51 am 30. June 2009 Permalink | Antworten  

    Alles neu macht der… Juni 

    So sieht es aus, meine Freunde.

    Sprach-Los zeigt nicht nur das schwere Los der Sprache auf, nein, man wird auch mit akuter Schwerelosigkeit der Sprache konfrontiert werden.

    Neu erfundene (so scheint es zumindest) Sprachen, die so abgehoben sind, dass man undefinierbare Schmerzen beim Lesen und Entziffern erleidet.

    Diese investigativen Aufgaben sind nicht immer einfach, doch auch in Zeiten der Wirtschaftskrise muss getan werden, was getan werden muss.

     
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